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02.11.2609:24 UhrProjekte

Digitale Partizipation verstehen: Formate, Akteure und zentrale Herausforderungen

Von der kommunalen Online-Umfrage bis zum Hackathon: Digitale Partizipation ist vielfältiger, als wir oft denken. Unser neues Working Paper gibt einen Überblick über Formate, Akteure und zentrale Herausforderungen der Beteiligung im Netz.

Von Katharina Knaus

Wenn wir an digitale Beteiligung denken, fällt uns oft als erstes die klassische top-down-Variante ein: Eine Kommune befragt Bürger*innen online zu einem geplanten Vorhaben.

Doch es gibt viel mehr Wege, sich digital einzubringen: bei Hackathons, mit Online-Petitionen oder in der gemeinschaftlichen Wissensproduktion, etwa in der Wikipedia. Die Digitalisierung hat die Möglichkeiten, sich zu informieren, mitzuentscheiden und sich zu organisieren, grundlegend erweitert.

Mit dieser Vielfalt hat sich die AG „Formate der digitalen Partizipation“ im Projekt Zukunft D beschäftigt. Entstanden ist dabei ein Working Paper, das Formate, Akteur*innen und Herausforderungen in einer Typologie ordnet.


Aspekte der Teilhabe

Klar ist: Digitale Tools allein bedeuten noch keine wirksame, demokratiefördernde Teilhabe. Eine Reihe von Aspekten müssen berücksichtigt werden: Welche Ausschlüsse produziert ein Verfahren, wie transparent ist es, wie verbindlich sind seine Ergebnisse? Wichtig ist auch die Frage nach der Plattform Governance: Wem gehört die technische Infrastruktur, und wie viel Einfluss haben die Betreiber*innen auf den Beteiligungsprozess?

Grundlage der Typologie ist ein deutschlandweites Stakeholdermapping, das über 150 Produkte und 200 Akteur*innen im Feld erfasst. Mit einer Reihe von Schlüsselakteur*innen haben wir vertiefende Interviews geführt und zusätzlich Studien gesichtet.

Das Paper kategorisiert insgesamt zehn Formate nach Zielsetzung, Einflussgrad und Initiierungsart. Außerdem zeigt es, welche Herausforderungen in welchen Formaten besonders beachtet werden sollten, um das demokratiestärkende Potenzial digitaler Partizipation tatsächlich auszuschöpfen.


Zentrale Befunde

Digital heißt nicht automatisch inklusiv. Studien zeigen: Digitale Angebote führen nicht zwangsläufig zu mehr Beteiligung oder größerer Repräsentativität. Häufig beteiligen sich vor allem diejenigen, die ohnehin engagiert sind. Wer diese sogenannte Partizipationslücke beheben will, muss gezielt gegensteuern: etwa mit barrierefreien, niedrigschwelligen Zugängen.

Technik ist nie neutral. Eine algorithmisch gesteuerte Social-Media-Plattform bringt andere Diskussionen hervor als eine kommunale Beteiligungsplattform oder eine Wikipedia-Diskussionsseite. Die technische Infrastruktur ist damit selbst ein politischer Faktor, der über Qualität und Legitimität von Beteiligung mitentscheidet.


Einladung zum Weiterarbeiten

Das Working Paper ist ein Arbeitsstand und zugleich der Abschluss unserer AG-Arbeit. Wir teilen es hier mit euch und freuen uns über Rückmeldungen: Fehlt ein Format? Stimmt die Einordnung? Wo habt ihr andere Erfahrungen gemacht? Wenn ihr Lust habt, unseren Aufschlag fortzuschreiben und weitere Formate zu beschreiben, die das Feld digitaler Partizipation prägen, meldet euch bei uns: partizipation@zukunftd.org 


Hier geht es zum Working Paper

Von Katharina Knaus