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27.04.2608:48 UhrVeranstaltungen

Hybride Beteiligung in der Praxis - 5 Erkenntnisse

Eine Zusammenfassung des Fachkolloquiums "Hybride Beteiligungsformate - Impulse aus Wissenschaft & Praxis am Beispiel DIPAS"

Von Zukunft D

Hybride Beteiligung ist in aller Munde, denn sie verspricht, das Beste aus beiden Welten zu vereinen: die persönliche Nähe und Dynamik analoger Formate sowie die Reichweite und Flexibilität digitaler Angebote. Dadurch ergeben sich viele Chancen. Mehr Menschen sollen erreicht werden können, Beteiligung soll inklusiver werden und es entstehen neue Wege, Partizipation qualitativ hochwertig zu gestalten. Gleichzeitig bringt dieses Zusammenspiel neue Herausforderungen mit sich, etwa die Balance zwischen digitalen und analogen Formaten zu finden oder allen Teilnehmenden gleichermaßen Zugang und Mitgestaltungsmöglichkeiten zu bieten. 

Bei unserem Fachkolloquium Hybride Beteiligungsformate – Impulse aus Wissenschaft & Praxis am Beispiel DIPAS ging es um die Frage, wie sich digitale und analoge Beteiligung wirksam verzahnen lassen und was es dafür in der praktischen Umsetzung braucht. 

Das Fachkolloquium, welches von der AG Formate der digitalen Partizipation veranstaltete wurde, startete mit einem wissenschaftlichen Impuls von Dr. Katharina Gerl von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Danach gab uns Astrid Köhler einen Praxiseinblick in das Beteiligungssystem DIPAS der Stadt Hamburg. In der anschließenden Diskussion mit den Teilnehmenden wurden Themenfelder wie Reichweite der Beteiligung, Inklusion, sozialer und digitaler Austausch und Ansprache von Zielgruppen weiter erörtert. 


DIPAS: Wie funktioniert hybride Beteiligung in Hamburg? 

Mit DIPAS hat Astrid Köhler ein konkretes Beispiel vorgestellt, wie hybride Beteiligung in der Praxis funktionieren kann. Das System ermöglicht es Bürger*innen, sich sowohl online als auch vor Ort an Planungsprozessen zu beteiligen. Zentrale Funktionen sind etwa das Kommentieren von Karten, der Vergleich von Entwürfen oder die Nutzung von 3D-Modellen. 

Ein wichtiges Learning aus Hamburg: Digitale Beteiligung ist heute unverzichtbar, ersetzt aber keine analogen Angebote. Die Verzahnung funktioniert etwa, wenn digitale Tools in Präsenzveranstaltungen integriert und Informationen online dauerhaft verfügbar gemacht werden. 

Zugleich zeigt die Praxis, dass Beteiligung kontinuierlich gedacht werden muss. Die Intensität nimmt im Verlauf von Prozessen oft ab, weshalb es wichtig ist, Beteiligung niedrigschwellig zu halten und immer wieder neue Anreize zur Mitwirkung zu schaffen. 

Auch die Weiterentwicklung digitaler Werkzeuge spielt eine Rolle: Analyse-Tools und neue Formate der Informationsvermittlung können dazu beitragen, Beteiligung transparenter, zugänglicher und effizienter zu gestalten. 


5 zentrale Erkenntnisse aus Kolloquium und Diskussion 

  1. Beteiligung hängt von der Betroffenheit ab, weniger vom Medium. 
    Unabhängig davon, ob Angebote digital oder analog sind: Es beteiligen sich vor allem Menschen, die direkt von einem Thema betroffen sind oder ein starkes Interesse daran haben. Das bedeutet für die Praxis, dass die Wahl des Mediums allein nicht über den Erfolg entscheidet. Vielmehr muss der Bezug zum Thema klar erkennbar sein. 
  2. Analog und digital müssen konsequent zusammengedacht werden. 
    Hybride Beteiligung bedeutet mehr als das parallele Anbieten von Online- und Offline-Formaten. Erfolgreich ist sie dann, wenn sich beide Ebenen gegenseitig ergänzen, und zwar sowohl in der Ansprache der Zielgruppen als auch in der Gestaltung der Formate. 
  3. Auch digital entsteht echter Austausch. 
    Beteiligte treten auch online miteinander in den Dialog. Der Austausch auf digitalen Plattformen wird dabei häufig als konstruktiver wahrgenommen als in Präsenzveranstaltungen. Das widerspricht dem verbreiteten Vorurteil, digitale Beteiligung sei weniger dialogorientiert. 
  4. Zielgruppen erreicht man dort, wo sie sind. 
    Die Ansprache entscheidet maßgeblich über den Verlauf der Beteiligung. Bei lokal verankerten Projekten sind analoge Maßnahmen wie Plakate und Aufsteller im öffentlichen Raum oder Hauswurfsendungen besonders wirksam. Geht es hingegen um übergeordnete Themen ohne direkten Raumbezug, sollten digitale Kanäle gezielt eingesetzt werden, um Reichweite zu maximieren. 
  5. Hybride Beteiligung erfordert Strategie und Ressourcen. 
    Die Umsetzung hybrider Formate ist aufwendig. Neben technischer Infrastruktur sind vor allem durchdachte Kommunikationsstrategien und ausreichend Ressourcen für Moderation und Begleitung entscheidend. Nur so können die Potenziale wirklich ausgeschöpft werden. 

Deutlich wurde, dass hybride Beteiligung kein Allheilmittel ist. Sie entfaltet ihren Mehrwert nur dann, wenn sie gezielt geplant, auf die jeweiligen Zielgruppen abgestimmt und strategisch umgesetzt wird. 

Von Zukunft D