Das war der Digital Democracy Day 2025
Am 6. November 2025 hat Zukunft D den ersten Digital Democracy Day veranstaltet. In diesem Rückblick erfahrt ihr mehr über das Event und unsere Highlights.

Von Zukunft D
Im November 2025 kamen knapp 200 Interessierte im Rahmen des ersten Digital Democracy Days in Berlin zusammen. Die Veranstaltung richtete sich an alle, die Digitalisierung und Demokratie zusammen denken – aus der Zivilgesellschaft und dem Ehrenamt sowie aus Politik, Wissenschaft und Tech. An diesem Tag voller Impulse, Austausch und Ideen drehte sich alles rund um die Frage, wie Demokratie in einer digitalen Gesellschaft lebendig bleiben kann.
Hier könnt ihr den Aftermovie vom Digital Democracy Day 2025 ansehen:
Stattgefunden hat der Digital Democracy Day bei strahlendem Herbstwetter im Amplifier, einer Eventlocation mit historischem Industrie-Charme im Berliner Wedding. Nach der Ankunft der Teilnehmenden folgte ein gemeinsamer Startschuss für den Tag von Maiken Hagemeister (Wikimedia Deutschland) und Matthias Spielkamp (Algorithm Watch), in dem die beiden die Initiative Zukunft D zur Stärkung der Demokratie in einer digitalisierten, vernetzten Gesellschaft vorstellten. Das Projekt soll ein zentraler Ort des Austauschs und der Vernetzung werden für Themen wie Demokratie- und Medienbildung, Digitale Systeme, KI und Datennutzung, Werte und Vielfaltgestaltung sowie (digitale) Beteiligung.
Was macht eine starke Demokratie aus?
Im Anschluss an die Begrüßung folgten kurze Impuls-Vorträge von mehreren bekannten Stimmen aus Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft. Auf der Bühne standen Julia Kloiber, Mitgründerin des SUPERRR Lab, Marina Weisband, Gründerin von aula, Sozialwissenschaftler Dr. Özgür Özvatan, Professor für Betriebswirtschaft und Jura, Leonhard Dobusch sowie die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.
Sie teilten ihre Perspektiven darüber, was eine starke Demokratie ausmacht und welche Bedrohungen, aber auch Chancen sich durch Digitalisierung und neue Technologien ergeben können. Im Anschluss daran sprach Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, in ihrer Keynote darüber, warum es wichtig ist, gerade jungen Menschen im digitalen Raum Orientierung zu bieten und sie für eine aktive Teilhabe an der Demokratie zu gewinnen. Digitale Räume sollten, so die Ministerin, zudem fair und transparent gestaltet werden und der Kampf gegen Desinformation und Hass im Netz müsse entschieden fortgeführt werden. Hier könnt ihr euch die Eröffnungsworte, Impuls-Vorträge und Keynote noch einmal ansehen.
Interaktives Nachmittagsprogramm und Workshops
Am Nachmittag wurde es praktisch: Nach der Mittagspause öffnete der „Marktplatz der Demokratie”. An verschiedenen Stationen konnten die Teilnehmenden selbst aktiv werden und unterschiedliche Zugänge zu (digitaler) Demokratie kennenlernen. Es wurden interaktive Programmpunkte wie eine Lernreise zu Demokratie & KI, die Diskussion um Grundrechte im Digitalen, ein Beteiligungs-Brettspiel, die Eröffnung eines utopischen Ideenraums und eine Podcast-Station angeboten. Dadurch wurden die Themen von Zukunft D und den dahinerstehenden Organisationen spielerisch erlebbar.
Parallel fanden Workshops zu den Schwerpunktthemen der vier Arbeitsgruppen statt, bei denen inhaltliche Impulse und fachlicher Austausch im Mittelpunkt standen. In der Session “All Hands on Deck” wurden gemeinsam mögliche Zukünfte der Demokratie- und Medienbildung erarbeitet. Bei “Digitale Transformation” ging es um einen Reality Check im Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Mit “Digitale Räume für alle!” wurden Wege zu mehr digitaler Teilhabe und Vielfalt aufgezeigt und über Privilegien und Einschränkungen im Netz reflektiert. Die Session “Digital Dabei?” widmete sich der digitalen Vernetzung und verschiedenen Möglichkeiten der Beteiligung. Nach einer gemeinsamen Kaffeepause wurden anschließend die Ergebnisse der vier Workshops in einem Gallery Walk vorgestellt.

Gemeinsame Diskussion zu demokratischer Vielfalt
Den Abschluss des Digital Democracy Day bildete die Podiumsdiskussion “Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Wie vielfältig ist die Demokratie in unserer digitalisierten Gesellschaft?” mit der Journalistin und Autorin Alice Hasters, der Politikwissenschaftlerin Prof. Isabelle Borucki und Gregor Hackmack von der Petitionsplattform innn.it. Im Gespräch mit Moderator Mads Pankow diskutierten sie über demokratische Teilhabe on- und offline. Alice Hasters betonte unter anderem, wie wichtig eine Politik ist, die Menschen vermittelt, dass ihre Beteiligung etwas verändern kann und dass Politiker*innen ihre Belange hören. Gregor Hackmack forderte ein stärkeres Vorgehen gegen Hass und Hetze im Netz und appellierte an die Justiz, Straftaten im digitalen Raum konsequenter zu verfolgen. Isabelle Borucki merkte an, dass die demokratischen Parteien stärker und professioneller auf den sozialen Netzwerken auftreten müssen, um das Feld nicht anti-demokratischen Kräften zu überlassen. Hier könnt ihr euch die Aufzeichnung der Diskussion ansehen.
Im Anschluss an das Panel konnten die Teilnehmenden des Digital Democracy Day den Tag in entspannter Atmosphäre mit den Beats von Afrohouse und elektronischer Musik ausklingen lassen. Als Nachklang wurde außerdem von Kunsttherapeutin Thuli Wolf ein kreativer Abendraum für BIPoC (Black, Indigenous and People of Color) angeboten.
Unser Fazit
Der erste Digital Democracy Day machte verschiedenste Perspektiven rund um Demokratie in der digitalisierten, vernetzten Gesellschaft sichtbar. Wir sind dankbar, dass so viele am Themenfeld interessierte Akteur*innen zusammenkamen, um ihre Impulse, Expertise und Gedanken zu teilen – ob auf der Bühne, in den Workshops, beim Mittagessen, oder anderswo. Das Projektteam von Zukunft D freut sich schon auf die kommenden Digital Democracy Days 2026 – mehr Informationen dazu findet ihr bald hier!
Von Zukunft D